Was Prozessmanagement wirklich ist

Prozesse dokumentieren ist nicht Prozessmanagement. Der Unterschied entscheidet über Wirkung.

Erläuterung

Prozessmanagement wird oft mit Prozesse-Zeichnen verwechselt. Das ist der teuerste Irrtum im Fach. Ein sauber dokumentierter Prozess, den niemand lebt, ist kein Management, er ist ein Bild.

Prozessmanagement bedeutet, Abläufe nicht nur festzuhalten, sondern sie zu steuern und besser zu machen. Es unterscheidet sich von reiner Dokumentation durch eine einfache Frage: Verändert sich dadurch, wie tatsächlich gearbeitet wird?

Wann wird das relevant?

Prozessmanagement drängt sich selten von allein auf. Es meldet sich über Symptome:

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Wie Vorgehen?

  1. Unterscheiden lernen. Sauber trennen zwischen Dokumentieren, Steuern und Verbessern. Die drei sind nicht dasselbe und die meisten Organisationen können nur das Erste.
  2. Einen realen Ablauf prüfen. Einen Prozess, der auf Papier existiert, beobachten, wie er wirklich läuft. Die Differenz ist der Ausgangspunkt.
  3. Den Zweck festlegen. Klären, ob zunächst Transparenz, Stabilität oder Verbesserung gebraucht wird. Alles auf einmal führt zu nichts.

Einschätzung aus dem Berateralltag

Prozessmanagement scheitert oft daran, dass Dokumentation mit Wirkung verwechselt wird. Ordner füllen sich, Diagramme werden schöner und im Tagesgeschäft ändert sich nichts.

Der Grund ist fast immer derselbe: Es fehlt jemand, der den Prozess verantwortet, und ein Anlass, ihn zu leben. Ein perfekt gezeichneter Prozess eines dysfunktionalen Ablaufs bleibt ein Bild eines dysfunktionalen Ablaufs. Wer das akzeptiert, hat den wichtigsten Schritt schon getan.