Ansätze zur Prozessoptimierung

KVP, Lean, Six Sigma, Reengineering — nicht die Frage, was sie sind, sondern wann welcher passt.

Erläuterung

Für Prozessoptimierung gibt es keine Universalmethode, sondern mehrere Denkschulen: jede mit einer eigenen Grundidee. Lean will Verschwendung beseitigen, Six Sigma die Streuung, KVP verbessert in kleinen Schritten, Reengineering schneidet radikal neu. Das sind keine konkurrierenden Religionen, sondern Werkzeuge für unterschiedliche Probleme.

Der häufigste Fehler ist, den Lieblingsansatz auf jedes Problem anzuwenden. Wer nur einen Hammer hat, sieht überall Nägel. Diese Seite ordnet die wichtigsten Ansätze danach, wofür sie taugen und wofür nicht.

Wann wird das relevant?

Sobald Sie einen Prozess gezielt verbessern wollen und vor der Frage stehen, wie:

Kurz: immer dann, wenn die Frage nicht „ob", sondern „womit" optimiert wird.

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Wie Vorgehen?

  1. Das Problem zuerst benennen. Klären Sie, was genau nicht stimmt: Verschwendung, Streuung, Stillstand, grundlegender Defekt. Der Ansatz folgt aus dem Problem.
  2. Ansatz zum Problem wählen, nicht umgekehrt. Widerstehen Sie der Versuchung, den vertrauten Ansatz zu nehmen. Passen Sie das Werkzeug ans Problem an.
  3. Klein testen, bevor Sie skalieren. Erproben Sie den gewählten Ansatz an einem Prozess, bevor Sie ihn zur Doktrin machen.
  4. Kombinieren, wo es passt. Die Ansätze schließen sich nicht aus. Lean und Six Sigma etwa ergänzen sich (Lean Six Sigma): Fluss und Fehlerarmut zugleich.

Einschätzung aus dem Berateralltag

Kein Ansatz ist besser als die anderen. Sie sind für verschiedene Probleme gemacht. Trotzdem werden sie oft als Glaubensbekenntnis behandelt: Organisationen „sind Lean" oder „machen Six Sigma" und pressen jedes Problem in ihr Lieblingsraster. Das ist der sicherste Weg, Aufwand ohne Wirkung zu erzeugen. Ein Werkzeug wird nicht dadurch richtig, dass man es beherrscht.

Die zweite unbequeme Wahrheit: Der Ansatz ist selten das eigentliche Problem. Die meisten Optimierungsinitiativen scheitern nicht an der Methode, sondern an fehlender Umsetzung, mangelndem Rückhalt oder unklaren Zielen. Ein perfekt gewählter Ansatz ohne Verankerung und ohne Führungsunterstützung bleibt Theorie. Die Methode ist das Letzte, worüber man sich Sorgen machen sollte und das Erste, worüber alle reden.