Prozessarten und Prozesslandkarte

Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse und wie eine Prozesslandkarte zur Navigationskarte wird statt zur Wanddeko.

Erläuterung

Nicht jeder Prozess hat dieselbe Aufgabe. Manche geben Richtung vor, manche schaffen direkten Kundennutzen, manche halten den Betrieb im Hintergrund am Laufen. Diese Unterscheidung ist kein akademisches Ordnungsspiel. Sie entscheidet, worauf man zuerst schaut.

Eine Prozesslandkarte bringt diese Ordnung auf ein Blatt. Sie zeigt, wie ein Unternehmen wirklich arbeitet, nicht wie das Organigramm aussieht. Richtig gemacht, ist sie eine Navigationskarte. Falsch gemacht, ist sie Wandschmuck.

Wann ist das notwendig?

Eine Prozesslandkarte lohnt sich nicht als Selbstzweck. Sie wird konkret gebraucht, wenn:

Wenn Sie den Überblick über Ihre eigenen Abläufe verloren haben, ist die Landkarte der erste Schritt zurück.

Die Prozesshierarchie

„Prozesslandkarte“ ist nur die oberste Ebene. Darunter lässt sich jeder Prozess weiter zerlegen bis zum einzelnen Arbeitsschritt. Wie viele Ebenen sinnvoll sind, hängt von Größe und Komplexität ab. Wählen Sie die Unternehmensgröße und klicken Sie eine Ebene an.

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Die 3 Hauptarten von Prozessen

Zoomen wir auf die oberste Ebene. Eine Prozesslandkarte ordnet die Geschäftsprozesse in drei Funktionen. Hier eine beispielhafte Karte eines Industrieunternehmens. Klicken Sie auf einen Prozess, um seine Rolle zu sehen.

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In 5 Schritten zur eigenen Landkarte

  1. Kernprozesse zuerst. Mit den Abläufen beginnen, die direkt beim Kunden ankommen. Sie sind das Rückgrat der Karte.
  2. Führung und Unterstützung ergänzen. Darüber die steuernden und darunter die ermöglichenden Prozesse anordnen.
  3. Auf eine Seite zwingen. Eine Landkarte, die nicht auf ein Blatt passt, ist keine Karte mehr, sondern ein Atlas.
  4. Schnittstellen sichtbar machen. Die Übergänge zwischen Prozessen sind die Stellen, an denen es klemmt. Sie gehören auf die Karte.
  5. Owner eintragen. Jeder Prozess braucht eine verantwortliche Person. Ohne Namen bleibt die Karte unverbindlich.

Einschätzung aus dem Berateralltag

Die meisten Prozesslandkarten scheitern nicht am Zeichnen, sondern am Danach. Sie entstehen für ein Audit, hängen anschließend gerahmt im Flur und stimmen nach einem halben Jahr nicht mehr. Eine Landkarte ist kein Kunstwerk, sondern ein Arbeitsmittel: Sie muss aktuell bleiben, sonst wird sie zur Fehlinformation.

Der zweite häufige Fehler ist zu viel Detail. Wer jeden Teilschritt einzeichnet, produziert ein Bild, das niemand mehr liest. Die Landkarte bleibt auf den oberen Ebenen der Prozesshierarchie. Aktivitäten und Handgriffe gehören eine Zoomstufe tiefer, nicht auf die Karte. Übersicht schlägt Vollständigkeit.